Jäger im Schilf

Sie zählt zweifelsfrei zu den am besten getarnten Wesen im Hamburger Tierreich: Die Rohrdommel (Botaurus stellaris).

Bis in die dreiziger Jahre des 20. Jahrhunderts war sie ein regelmäßiger Brutvogel, vor allem auf der Elbinsel Wilhelmsburg und in den Vierlanden war sie nicht selten. In den folgenden Jahrzehnten nahmen die Bestände stark ab, Brutnachweise gab es bis in die 1990er Jahre nur noch unregelmäßig,  zuletzt im Kiebitzbrack (Kirchwerder/Neuengamme). 

Am Öjendorfer See, ebenfalls ein ehemaliges Brutgebiet, lassen sich mit etwas Glück im Sommer die tiefen, an ein Nebelhorn erinnernde Rufe unverpaarter Männchen hören.

Im Winterhalbjahr wird der See im Osten der Stadt regelmäßig von mehreren dieser Schreitvögel genutzt. Meist halten sie sich für unsere Blicke unsichtbar im Schilf auf, mit etwas Glück lassen sie sich aber auch am Rand der ausgedehnten Schilfgürtel bei der Nahrungssuche beobachten.

Das folgende Video, aufgenommen im Februar am Öjendorfer See, zeigt zusammengeschnitten einen Teil des Tagesverlaufs des Vogels.

(Bitte am besten im Vollbildmodus anschauen. Das Video hat keinen Ton.)

 

Auffällig ist, dass das Gefieder der Rohrdommel dem des Uhus sehr ähnelt.

Zoologisch zählt sie zur Familie der Reiher und ist somit mit dem bei uns häufiger vorkommenden, etwas größerem Graureiher verwandt. Er brütet unter anderem auch in einer kleinen Kolonie auf der großen Insel im Öjendorfer See. Insgesamt ist der Graureiher im Hamburger Stadtgebiet mit etwa 120 Brutpaaren vertreten.

 

Ausgedehnte Schilfbereiche wie hier am Öjendorfer See bilden das Biotop der Rohrdommel
Ausgedehnte Schilfbereiche wie hier am Öjendorfer See bilden das Biotop der Rohrdommel

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