Rückblick: September 2014

Der September fügte sich vom Wetter gut in den bisherigen Jahresverlauf ein: Er war deutlich wärmer und trockener als im langjährigen Durchschnitt. So ließen sich zum Beispiel lange zahlreiche Schmetterlinge beobachten. Der Vogelzug kam dagegen eher schleppend in Gang.

Zur September-Galerie mit weiteren Aufnahmen geht es hier.

Einflugschneise Elbe - Am Schlafquartier der Stare

Stare beim abendlichen Einflug in den Schilfgürtel am Heuckenlock, alleine auf diesem Foto sind etwa 3000 Vögel abgebildet
Stare beim abendlichen Einflug in den Schilfgürtel am Heuckenlock, alleine auf diesem Foto sind etwa 3000 Vögel abgebildet

Es ist ein fantastisches, herbstliches Naturschauspiel östlich der Autobahn A1:

Der allabendliche Einflug der Stare (Sturnus vulgaris) in die Schilfgürtel der Naturschutzgebiete Heuckenlock und Schweensand. Ende September waren es etwa 110.000 Vögel, welche in mehreren großen Schwärmen in der Dämmerung einfliegen. Häufig überfliegen sie dabei mehrfach die Gebiete und zeichnen dabei die unterschiedlichsten Figuren in den Himmel.

Je nach Witterung und Nahrungsangebot bleiben die Stare bis weit in den November, bevor sie weiter in den Süden ziehen.

 

Auf dem Energieberg Georgswerder - Wandeln auf Müll

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Deponie zunächst für Trümmer und Schutt genutzt, später  kamen Haus- und Sondermüll dazu. Nach der Schließung der Deponie 1979 verhindert der Austritt von Deponiegas die Nutzung als öffentlicher Park. 1983 wird zudem das hochgiftige Dioxin nachgewiesen. Nach langen Sicherungs- und Baumaßnahmen wurde der Berg mit Windkraftanlagen und Solaranlagen ausgestattet, durch die Verrottung des Mülls entstehende Wärme und Gase werden nun zur Wärme- und Energieversorgung genutzt.

2013 wurde der ehemalige Müllberg, umbenannt in  Energieberg, im Rahmen der IBA für die Öffentlichkeit zum Teil zugänglich gemacht. Der die etwa 40 Meter hohe Bergkuppe umlaufende Horizontweg bietet einen fantastischen Rundblick über die Stadt. 

Zwei Mäusebussarde nutzen den Rundweg als Ansitz
Zwei Mäusebussarde nutzen den Rundweg als Ansitz

Bei klarem Wetter lässt sich von hier oben hervorragend der herbstliche Vogelzug beobachten. Während die meisten Kleinvögel und zum Beispiel Ringeltauben, die schon einmal Schwärme von über 10.000 Tieren bilden, eher am frühen Morgen ziehen, lassen sich Greifvögel und Kraniche am besten ab dem Mittag beobachten. Ziehende Gänse fliegen sowohl am Tag wie auch bei Nacht.

Zahlreiche Singvögel machen auf dem Berg mit seinen vielen, mit Beeren bespickten Gebüschen Rast, bevor sie weiter in den Süden ziehen.

Insgesamt bietet der Berg zahlreichen Tieren einen Rückzugsraum, da er in weiten Teilen nur unregelmäßig von Menschen betreten wird. 

So wurde zum Beispiel auf der Südseite durch einen Wilhelmsburger Naturschützer ein kleiner Sandhügel mit steiler Abbruchkante angelegt. Hier haben Wespen ihr Nest in einer Höhle angelegt, zudem genießen zahlreiche Schmetterlinge wie der recht seltene Mauerfuchs (Lasiommata megera) die wärmende Herbstsonne. Fotos hierzu gibt es in der Galerie.

Steinschmätzer rasten während der Zugzeit im Frühjahr und Herbst regelmäßig auf dem Energieberg, hier eine Aufnahme im letzten Abendlicht
Steinschmätzer rasten während der Zugzeit im Frühjahr und Herbst regelmäßig auf dem Energieberg, hier eine Aufnahme im letzten Abendlicht

StadtNatur-Schnappschuss

Bei diesem Foto wird es sicher einigen Betrachtern kalt den Rücken runterlaufen, aber sie gehören zur StadtNatur, die Wanderratten (Rattus norvegicus).

Hier im Holzhafen taten sich mehrere an einer gut 30 cm langen Brasse (Abramis brama) gütlich. Meist wurden Stücke herausgetrennt und weggeschleppt. Dieses Jungtier hingegen fraß in aller Ruhe direkt vom Kadaver. Ausgewachsenen Exemplare der ursprünglich in Nordost-Asien verbreiteten Art können eine Gesamtlänge von knapp über 50 cm erreichen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Mareike Franke (Freitag, 28 November 2014 15:40)

    Hallo Herr Demuth!

    Atemberaubende Fotos haben Sie da geschossen! Da können wir uns ja noch was von abgucken! Weiter so!

    Mit freundlichen Grüße,
    Mareike & Anita (Autoren: hamburgsnaturwelt.de)