Rückblick: April 2014

Der April ist immer ein ereignisreicher Monat in der Natur. Nach dem milden Winter konnte der Frühling in diesem Jahr voll durchstarten.

Zur April-Galerie geht es hier.

Froschhochzeit

Grasfrösche am Laichballen in Neugraben-Fischbek
Grasfrösche am Laichballen in Neugraben-Fischbek

Ab Mitte März versammelten sich, nach beschwerlicher Wanderung aus ihren Winterquartieren, hunderttausende Kröten, Frösche und Molche in ihren Laichgewässern der Stadt. Anfang April befand sich das muntere Treiben dann in den meisten Gewässern auf dem Höhepunkt. So zum Beispiel am Falkenbergsweg, gelegen am Rande der Fischbeker Heide in Neugraben-Fischbek. Hier schien das Wasser der kleinen Teiche zu kochen, als viele Hundert Grasfrösche nach ausgedehntem Sonnenbad am Abend ihr imposantes Konzert präsentierten.

Zur Fotogalerie

 

Seeadler in Hamburg

Nachdem in der Nacht auf den 15. April der Brutplatz mitsamt Küken der Heuckenlock-Seeadler dem Sturm zum Opfer gefallen ist (zum Blogeintrag)  , begann das Adlerpaar nur wenige Tage später mit dem Bau eines neuen Horstes. So kann im kommenden Jahr auch hier wieder mit einer Brut gerechnet werden. Die Schutzmaßnahmen im Gebiet bleiben bestehen, der reguläre Rundweg duch das Naturschutzgebiet kann aber weiterhin genutzt werden.

Zur Fotogalerie

Ein weiteres Brutpaar bekam im Südwesten der Stadt zum ersten Mal Nachwuchs. Bemerkenswert, ist das Weibchen doch erst vier Jahre alt!

 

Blüte der Schachblumen

Blühende Schachblumen in Neuenfelde
Blühende Schachblumen in Neuenfelde

Die Blüte der Schach- oder auch Schachbrettblumen (Fritillaria meleagris) ist jedes Jahr aufs Neue ein Augenschmaus, der viele Menschen in seinen Bann zieht. Während an den bekannten Vorkommen vor den Toren Hamburgs (bei Hetlingen im Westen mit einigen Zehntausend Exemplaren und bei Seevetal im Südosten) wahre Massen blühen und dazu verleiten  ihre Seltenheit anzuzweifeln, sind die Bestände an den wenigen Hamburger Standorten deutlich übersichtlicher. Bekanntestes Vorkommen in Hamburg ist das NSG Heuckenlock, wo die Bestände in diesem Jahr jedoch recht mager ausfielen. Die Aufnahme oben stammt von einer nicht öffentlich zugänglichen Weide in Neuenfelde, wo das Vorkommen der Blume erst in diesem Jahr bekannt wurde. Immerhin gut 50 Exemplare blühten hier.

Ursprünglich kam die Blume nicht in Deutschland vor. Sie wird seit dem 16. Jahrhundert in Gärten kultiviert und konnte so in die Landschaft auswandern. Durch ihre hohen Ansprüche an die Bodenbewirtschaftung gilt sie als gute Indikatorart, so wird sie zum Beispiel bei Überdüngung des Bodens sehr schnell verdrängt und verträgt keine Mahd vor Ende Juni. In Hamburg steht die Art auf der Roten Liste Kategorie 1 (vom Aussterben bedroht) und ist somit streng geschützt.

 

Jupiter über der nächtlichen Heide

Jupiter mit vier seiner Monde
Jupiter mit vier seiner Monde

Beifang wäre wohl ein passender Begriff für diese Aufnahme, etwas außerhalb des eigentlichen Themenspektrums. Aber beginnen wir am Anfang:

Am 19. April war ich abends mit Familie Elwers (BUND/NABU) verabredet, um zu dem von ihnen betreuten Schleiereulen-Nistkasten in der Fischbeker Heide zu schauen. Leider ist dieser nun schon im zweiten Jahr in Folge nicht besetzt, nachdem in den vorangegangenen Jahren erfolgreich gebrütet wurde. Auf der folgenden Suche nach anderen Eulen konnten wir am mondlichtfreien Nachthimmel den Jupiter mit vier seiner insgesamt 67 Monde hervorragend bestaunen.

Im Bildzentrum von links nach rechts: Ganymed, Jupiter, Io, Europa und Kallisto.

Der größte Planet unseres Sonnensystems war das mit Abstand hellste Objekt am Himmel. So war dieser Spaziergang auch ohne Eulenbeobachtung etwas Besonderes. 

Wanderfalken

Wanderfalke am Aurubis-Schornstein. Mittlerweile gibt es um die 20 Paare in Hamburg.
Wanderfalke am Aurubis-Schornstein. Mittlerweile gibt es um die 20 Paare in Hamburg.

Ein sehr ärgerlicher Akt zum Thema menschlicher Ignoranz wurde an einem Wanderfalken-Brutplatz in der Stadt aufgeführt. Einen ausführlichen Bericht hierzu mit zahlreichen Bildern wird es im Juni geben, wenn die Jungvögel (hoffentlich) flügge sind.

Schwalben, Gänse, Ziegenmelker und viel mehr...

Natürlich gäbe es noch viel mehr zu berichten: 

Über die Ankunft vieler Zugvögel wie der Rauch- und Mehlschwalben, Mauersegler und nicht zuletzt dem sagenumwogenen Ziegenmelker (zu diesem später mehr), über die vielen städtischen Graugänse, welche sich nun regelmäßig mit ihren Gösseln (Küken) auf den Grünflächen rund um die Alster und die angrenzenden Kanäle aufhalten, über die vielen Watvögel, z.B. in der Wedeler Marsch, über die unendlich vielen Grüntöne, welche die Pflanzenwelt im Frühling zeigt, über die illegale Entfernung von Mehlschwalbennestern und und und...

 

EINE GALERIE ZUM APRIL GIBT ES HIER.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0